Sonntag, 1. Februar 2009

Vorsicht, Fettnapftreter!

stolperfalle.jpg Es gibt Leute, die treten überall rein. Nicht nur, dass sie kein Fettnäpfchen auslassen, sie tun dies auch noch öffentlich kund. Und merken gar nicht, wenn sie sich dabei blamieren.


Zugegeben, es ist nicht schön, wenn man versehentlich in die Exkremente eines Vierbeiners getreten ist. Obwohl ja manche Mitmenschen sogar der Ansicht sind, dass es Glück bringen würde. Ich selber neige hingegen eher dazu, die Töle und deren Halter fürchterlich zu verwünschen, die mir derartiges Ungemach angetan haben. So wie neulich, wo doch so ein Drecksköter dreimal in meinen Vorgarten gesch*ssen hat. Ich vermute die Weimaraner-Hündin eines Nachbarn als Verursacherin, kann es aber natürlich nicht beweisen. Außerdem ist es ein hübsches Tier (das angesichts der Körperfülle seines Herrchens und des einem Jagdhund eigenen Bewegungsdranges vermutlich viel zu wenig Auslauf hat) und der Nachbar ist anundfürsich ganz nett, und er fährt ja auch ein von schwedischen Stahlarbeitern … usw. Also habe ich nichts gesagt und stattdessen gewartet, bis es nachts mal ordentlich gefroren hatte, und die tiefgekühlte Sche*ße rückstandslos entfernt — “en bloc”, sozusagen. Ende der Geschichte.

Aber zurück zu den Fettnapftretern. Die treten bei der Cachesuche zunächst in den Hundekot. Woran natürlich außer dem Cacheowner niemand sonst dran Schuld sein kann. So, als hätte er persönlich neben das Versteck … naja, lassen wir das. Bei einem meiner Caches kommt das mehr oder weniger regelmäßig vor. Der befindet sich neben dem Gehsteig an einem Zaun, wo er mit einem Kabelbinder am oberen Ende des Zaunpfahles befestigt ist. Und zwar seit August 2006. 212 Cacher haben seitdem die Dose gefunden und den Cache, obwohl nur eine schnöde Filmdose, zu einem der meistbesuchten der Stadt werden lassen.

Vor einiger Zeit muss nun aber wohl ein Hund in der Nähe des Verstecks der Natur ihren Lauf gelassen haben. Ein paar Cacher sind in den darauf folgenden Wochen in die Schei*ße reingelatscht. Und haben sich in ihren Logs mehr oder weniger ausführlich über die doch eher peinlichen Fehltritte ausgelassen:

“Schnell gefunden, nur die Hundesch… vom Schuh entfernen hat wesentlich länger gedauert.”

“Moin, was für ein Sch.. Cache ;-). Hier allerdings im wahrsten Sinne des Wortes. Nach dem Bergen bemerkte ich das ich in einem großen Hundehaufen stand und zwar mit beiden Füssen. Soll ja keiner sagen ich würde nur halbe Sachen machen. Unglaublich dass das von nur einem Hund stammen soll.“

„Bei unserer Rundtour an der Bille diesen Cache mitgenommen. Beim heben sollte auf jeden Fall auf Tretminen geachtet werden. Ich weiß wovon ich rede. ,Mist Ecke‘.“

Nun kann es ja durchaus vorkommen, dass man im Eifer des Gefechts nur auf das Display des GPS-Empfängers starrt, dabei Raum und Zeit vergisst und seine Umgebung nur eingeschränkt bis gar nicht mehr wahrnimmt. Dann tritt man eben manchmal wohin, wo man normalerweise nicht hingetreten wäre. Ich finde ja, man muss das dann nicht unbedingt an die große Glocke hängen.

Die Krönung war allerdings das jüngste Log zu einem meiner anderen Caches. Einziger Text:

„Vorsicht vor der Hundesch….“

Besagter Cache befindet sich in einem selbstgebauten Nistkasten, der in rund drei Metern Höhe an einer alten Eiche hängt. Bevor man auf den Baum klettern kann, muss man allerdings auf einem schmalen Pfad eine 150 Meter breite Wiese überqueren. Ausreichend Gelegenheit also, um in einen Fettnapf zu treten. Oder sonstwohin.